Sonntag, 25. September 2016

Letzte Meldungen zur E-M1 Mark II

Die E-M1MarkII taucht heute abend wieder in der Versenkung ab, wird fertig entwickelt und später in diesem Jahr dann "Released" wie es neudeutsch heißt. Auf der Photokina darf Ralph Man heute noch ein bisschen damit auf der Bühne am Olympus-Stand rumspielen, und dann ist sie wieder weg. 
Ich habe gestern noch ein paar Fragen beantwortet bekommen:
- Die E-M1II kann genauso wie die PEN-F die Spotmessung an den AF-Punkt koppeln.
- Diesen grauen Rahmen beim AF, der als Erinnerung dient, wo man gerade misst, kann man abschalten. (Es gab tatsächlich Leute, die der Rahmen gestört hat.) 
- Es gibt eine neue Info zur Produktion der FT-Linsen. Die Kristallkugel - das 7-14 f/4 -, das 3,5er 8mm Fish und das 50-200 SWD sind aus der Produktion. Restbestände sind noch da. Wer also die Kristallkugel mit ihren legendären Flares neu haben will - jetzt wäre langsam Zeit, das Sparschwein zu schlachten. Das 7-14er ist damit das erste Top-Pro, das aus der Produktion ist. 

Für die Freunde von Winkelsuchern: Die E-M1II hat die gleiche Aufnahme für die Suchermuschel wie die E-M1. Damit passt Helges Adapter für den VA1 auch für die E-M1II. Das kuckt dann so aus:


Die Aufnahme ist zwar identisch, die Augenmuschel selbst ist aber überarbeitet und geht nur noch mit Trick ab. Versehentliches Verlieren ausgeschlossen. Der VA1 ist kippbar (Hochformat) und hat eine eingebaute 2-fach-Lupe. Höchster Luxus. Die Adapter gibt's bei Helge

Zum Sucher noch ein Wort: Das ist der "alte" Sucher und nicht der Sucher aus der Leica mit den 4MP. Den Grund dafür haben wir gestern erfahren. Der Leica-Sucher ist einfach zu langsam - und frisst zuviel Strom. Bei Sportfotografie geht's um Speed und Ausdauer und damit war der Sucher erledigt. 


Mittwoch, 21. September 2016

Photokina. Noch ein paar News....

Akkus.
Ich bin ja nach wie vor noch auf der Suche nach Clone-Akkus, die tatsächlich auch mal halten, was die Vertreiber versprechen. Also bin ich durch die Halle 2.1 gestapft und als erstes auf "Jupio" gestoßen. Das hier ist die dortige Wand:


Siehe da, da ist ein BLN-1 - Clone dabei. Also gleich den CEO der Firma geschnappt und gefragt, was es mit dem Akku auf sich hätte. Ja klar, genauso gut wie die Originalen, die gleiche Elektronik drin und hochwertige Zellen. Ich bin erfreut, bis ich sehe, dass die fünf Prüfkontakte des Originals fehlen. Da müsse er den Techniker fragen. Aber Olympus würde die Akkus für die "Budget"-Schiene bei ihnen beziehen. Nachdem ich noch nie was von "Budget"-Akkus bei Olympus gehört hatte, bin ich ein Stockwerk höher, habe mir den Chef von Olympus Europa geschnappt, ihm die Visitenkarte von Jupio in die Hand gedrückt und gefragt, was da dran sei. Er hakt nach. Fünf Minuten später die Aussage: "Auch die Japaner haben von dem Laden noch nie was gehört."
Danke für's Gespräch. Naja, nicht nur Deutsche können in China Clone kaufen und Aufkleber drauf machen, Holländer können das auch.

Der nächste war Hähnel:


Gleiches Spiel: "Hochwertige Elektronik, hochwertige Zellen". Ich frage, ob da ein NTC drin ist "Was bitte?" Als ich ihm was von 10kOhm Festwiderständen erzähle und dass sein Akku keine Prüfkontakte hat, er also definitiv nicht baugleich mit dem Original sein kann, hat er etwas verwirrt gekuckt und mir die Visitenkarte des Technikers(!) und gleichzeitig des Chefs(!!) in die Hand gedrückt: Michael Hähnel, Kowloon, Hongkong.  Also auch hier: Chinaware mit neuem Aufkleber.

Und weil ich schon da war, habe ich noch gleich bei "Duracell" aka PSA vorbeigekuckt:


Aber die hatten keine BLN-1-Clone da, also habe ich mir die Fragerei verkniffen. Überflüssig zu sagen, dass die Herren seinerzeit auf meine konkrete Frage nie geantwortet haben. Falls jemand auf der Photokina zu viel Zeit hat, kann er ja mal nachhaken...

Kowa
Ganz eine andere Nummer wieder mal bei Kowa. Die haben die schon bekannten Objektive am Stand und eben auch einen Prototypen eines 90mm  f/2,5 Makro.

Das Objektiv macht 1:1 und ist vom optischen Design fast fertig, sie wissen nur noch nicht, ob sie den Fokustrieb hinten oder vorne bauen sollen:


Hier ein Foto, bei dem man das Bokeh bei f/2,8 sieht:


Die Offenblendenfotos des Samples sind nicht sonderlich kontraststark, die Auflösung ist aber da und den Kontrast kann man nach Gusto in der EBV aufreissen. Ich bin der Meinung, das Objektiv ist nicht auf Kontrast, sondern auf Dynamik optimiert.
Freihand war natürlich kein vernünftiges Makro machbar - nicht bei 1:1 und Messebeleuchtung. Aber ich habe das hier bei f/5,6 gemacht - ein Ausschnitt:


Dieser Ausschnitt ist kein 100% Crop sondern noch verkleinert. Was man sieht: selbst an den Kontrastkanten in der Unschärfe keine CAs. Das Objektiv ist hochauflösend und sehr sauber. Wohltuend die Abwesenheit von digitaler Schärfe,  das Objektiv wird von der PEN natürlich nicht "korrigiert". Die Schärfentiefe ist selbst bei f/5,6 winzig.  Eindruck: erstklassige Optik, aber nicht für jeden.

Berlebach:
Neuigkeit bei Berlebach ist eine Kurbelmittelsäule, die man sauber blockieren oder auch entkoppeln kann, so dass man die Mittelsäule auch mit der Hand rausziehen kann. Passt anstelle der normalen Mittelsäule oder der Nivellierplatte.


Falls jemand kurbeln will. Ist ja manchmal ganz praktisch. Der in Entwicklung befindliche Kugelkopf dauert noch, dafür hat Berlebach jetzt in Mulda die neue Fertigungshalle bezogen. Kostet ja auch etwas Zeit.

Minox
Die stellen mittlerweile hauptsächlich Zieloptiken und Fernrohre her. Man kann aber auch noch die kleine 16MP Minox kaufen:


Und auch wenn's nicht so aussieht, damit kann man fotografieren. Die Kamera ist nicht viel größer als eine Visitenkarte und damit man sie nicht verliert, wird der edle Holzkasten mitgeliefert.

Elinchrom
Elinchrom hat jetzt endlich einen Skyport, der den Oly-Kameras einen FP-Modus vorgaukeln kann. Sync-Mode auf "HS" stellen und die Kamera zeigt brav "FP" im Display. Der HiSync geht nicht mit allen Blitzen, denn die Blitze müssen dafür eine lange Leuchtdauer haben. Problemlos sind D-Lite IT 4 und D-Lite RX 4. Die 2er funktionieren angeblich nicht, aber das glaube ich erst, wenn ich es getestet habe, mit meinem HiSync-Trick lief auch mein RX2.


Für die Nordbayern gibt es noch eine gute Nachricht, Foto Seitz in der Pfannenschmiedsgasse in Nürnberg übernimmt die Vertretung von Elinchrom, nachdem ja Wolf Photo-Media zugemacht hatte. Am 30.9. ist da eine Einführungsveranstaltung.

Metz
Metz hat auf der Photokina einen Riesenstand hingestellt. Der neue Eigentümer gibt da richtig Gas und entsprechend war der Laden auch voll.
Metz hat jetzt auch ein TTL-Funkauslösesystem, das auch FP mit den Olys kann.


Ein Sender, ein Empfänger. Dabei muss am Empfänger nicht auch ein TTL-Blitz sein, es tut auch ein alter 54er, notfalls auch mit Mittenkontakt. Nicht klein, aber solide gebaut und durchdacht.

Trust Your Eyes
Und zum Schluss habe ich mich noch mit den Jungs von Trust Your Eyes unterhalten. Die haben ihren Testschlitten mitgebracht, um mal zu zeigen, welchen Aufwand die so treiben:

Dienstag, 20. September 2016

25mm 1,2 und 12-100 f/4 erste Fotos

Das hier ist das 25mm 1,2:


Und das hier ist das 12-100 f/4:


Wie man sieht, ist da von der Größe her nicht viel Unterschied. Was man deutlich sieht, ist die neue Konstruktion der Streulichtblende mit dem versenkten Entriegelungsknopf. Deutlich besser gelöst als etwa beim 12-40.
Die beiden Objektive sind vom Charakter her völlig unterschiedlich. Hier zwei Bilder aus dem 25er:



Sahnebokeh und knackscharfe Abbildung. Extrem flotter und exakter AF auch bei miserablem Licht. Ein Objektiv für Genießer.
Das 12-100 ist eine völlig andere Nummer:


Das habe ich blitzen müssen, weil ich sonst bei f/4 die ISOs zu weit hochschrauben hätte müssen. Dadurch sieht man die Reflexe auf den Gläsern im Hintergrund. "Seifenblasenbokeh" ist da noch beschönigend. Das Objektiv ist für den harten Einsatz an der journalistischen Front. Von 12 bis 100 knackend scharf - für meinen Geschmack übertreibt es Olympus da mit der digitalen Schärfe. Die RAWs sind von hoher Auflösung und sehr harmonisch, die digitale Nachschärfung muss da gar nicht sein. Am kurzen Ende hatte ich die übliche, schlimme Tonne erwartet, die aber diesmal fast ausgeblieben ist. Das RAW liefert einen größeren Bildwinkel mit leichter Tonne, aber für meinen Geschmack ist das gut brauchbar. Das Objektiv ist tatsächlich ziemlich gut - solange man keine Fotos mit Kringel-Bokeh machen will. Für Reise und Reportage eine klasse Linse. Für Events ist die Linse fast ideal - falls das vorhandene Licht ausreicht, oder man die E-M1II hintendran hat. Mit der PEN-F wird es mit dem Fokus eng - die E-M1II kann da noch locker.

Und noch eine  kleine Info für die Freunde  der alten FT-Optiken: Die E-M1 unterstützt die FT-Optiken selbstverständlich, und sie sind durch den neuen AF noch schneller geworden. Und noch eine schlechte Nachricht: Das 50-200 SWD wird nicht mehr produziert. Es gibt noch Restbestände in den Kanälen, aber wenn weg, dann weg.

E-M1 Mark II Development Announcement


Nein, das ist nicht die neue E-M1, Das ist die Kamera, mit der der LiveStream von der Präsentation gefilmt wurde. Eine Blackmagic mit 40-150.

Die neue E-M1 Mark II ist das da:


Die Specs dürften mittlerweile ausreichend bekannt sein. Vor allem die für's Kameraquartett: 18fps mit C-AF, Precapture mit 14 Bildern und 60fps mit S-AF. Der Puffer verträgt 60 RAWs, dann wird die Kamera etwas langsamer. Wir durften mit ein paar Entwicklungsgeräten spielen, die Gehäuse sind soweit final, aber das, was drinsteckt, wird eben noch entwickelt, deshalb war das heute auch keine Produktvorstellung, sondern die Bekanntgabe einer Entwicklung. Die Produktvorstellung erfolgt, wenn die Kamera fertig ist.


Was fertig ist, ist der neue Akku - der hat nur noch vier Anschlüsse und ist ein ganzes Eck größer geraten. Einer der vier Anschlüsse ist wieder die OneWire-Schnittstelle. Nur dass die Kamera nun anzeigt, was die OneWire-Schnittstelle ausgibt. Zum Beispiel sogar die Seriennummer des Akkus. Und wieviele Auslösungen der Akku schon auf dem Buckel hat. Und eben auch, wie gesund der Akku ist.
Das hier ist das neue SCP:

Die neuen Menüoptionen sind extrem umfangreich. Vieles, was User erlangt haben, wurde hier umgesetzt. Von einer konfigurierbaren Belichtungszeit für Auto-ISO, bis zu einer neuen MySet-Struktur, die Wahlradbelegung UND eigene Grundeinstellung erlaubt. Rechts hat die Kamera nun einen neuen Anschluss für einen Fernauslöser mit Klinkenstecker, links Anschlüsse für Mikro und Kopfhörer. Der altehrwürdige Olympus-USB-Stecker wurde in Rente geschickt, da wohnt jetzt ein Mikro-USB3.0-Stecker.
Die Kamera hat nun zwei SD-Slots, einer davon UHSII. (Die Anschaffung einer schnellen Karte ist bei der Bildrate ein Muss.)
Und ja, die Kamera hat nun einen Fokusbegrenzer in der Kamera, bei dem man drei Fokusbereiche einstellen kann - und zwar numerisch mit Metern. Also beispielsweise von 3 bis 9 Meter, oder auch zwei Bereiche mit 5 bis unendlich und 80 bis unendlich. Sie dürfen sich auch überlappen.
Wie man im Screenshot sieht: die Batterieladung wird  jetzt in Prozent angezeigt.

Der AF ist brutal schnell und lichtempfindlich. Wo die PEN-F kein Land mehr sieht, hat die E-M1II keinerlei Probleme.  Aber, nochmals. Wir haben mit Entwicklungssamples herumgespielt. Also wenn im Netz Aussagen auftauchen, dass dieses oder jenes nicht funktioniert hat - diese Kamera wird so nie in den Handel kommen. Die Firmware war F0. Aber selbst das, was wir gesehen haben, war zum Kinnladenrunterklappen.
Stichwort Display: Ja. Die Kamera hat ein Schwenkdisplay. Das mag ich nicht, das ist kein Geheimnis. Aber immerhin ist es deutlich stabiler gebaut, als bei der E-M5II. Auch das Kartenfach ist deutlich stabiler. Die hochgesetzte Gurtöse rechts schont die Hand und stört nicht bei der Bedienung.
Dass die  Settings über ein Update des Olympus Updaters zu sichern sind, stand schon irgendwo.
Bluetooth gibt's nicht, sondern WiFi. Aber es wird eine neue Version der OIS geben.
Das Kameramenü ist umgebaut. Früher musste man in den einzelnen  Menüs scrollen, das wurde abgeschafft. Allerdings konnte man früher in den Untermenüs einfach mit Pfeiltaste nach unten bis zum Ende blättern, auch das ist jetzt abgeschafft. Ist Gewohnheitssache.

Als Kamerabuchautor muss ich sagen: viele, viele neue Funktionen, Zum Beispiel kann man die Kamera anweisen, nicht durch den ganzen  Fokusbereich zu scannen, wenn der Fokus verloren ist. Oder nur einmal. Damit wird das "pumpen" der Kamera verhindert, wenn man am Himmel einen Vogel anvisiert und den Fokus verliert. Das gibt viele, viele Seiten Erklärungen.....

Und aus diesem Grund, mache ich hier Schluss. Der Blogpost wird sonst 600 Seiten lang und erst Anfang Januar 2017 fertig....

Sonntag, 18. September 2016

Wet-T-Shirt-Party in Woffenbach: It's Raffball-Time


Sommer ist rum und damit Zeit für die Bayerische Raffball-Meisterschaft. Gestern hat es die ganze Zeit geregnet, bis auf öftere, kurze Phasen, in denen es geschüttet hat. Also blieb die PEN-F in der Phototasche. Schlechtes Licht, Dauerregen, Zeit für die E-M1 mit dem 35-100 f/2. C-AF auf der einen Schalterposition, S-AF auf der Anderen, H. Um ein Haar wäre die Session nach einer halben Stunde durch einen Freekick abrupt beendet worden:




Wenn Du den Luftzug eines Balls am Ohr spürst, kann er Dich nicht mehr treffen.... Immerhin hat mir das eine lobende Erwähnung des Sprechers eingetragen.... ;-)


Raffball ist eine Sportart mit gemischten Mannschaften. Das kann so aussehen. Oder auch so:


Raffball ist auf jeden Fall nichts für Weicheier. Gestern gab es einen Schlüsselbeinbruch und einen Bänderriss.


Und auch dieses Jahr war eine syrische Mannschaft am Start :"Syria International". Die hatten sogar einen eigenen Stadionsprecher dabei, der die Spiele der syrischen Mannschaft kommentierte. Wer mal hören will, wie sich das anhört: Heute wird in Woffenbach auf dem Bolzplatz weitergespielt.
Die syrische Mannschaft hat übrigens im letzten Jahr heimlich geübt. Gute Laune haben sie immer noch, aber sie gehen jetzt richtig zur Sache und spielen locker zwei Klassen höher. Ihr Torwart und ihre Verteidigung ist Klasse, nur im Abschluss hapert es noch etwas.


Hie sind sie im Einsatz gegen den Guns'l'Roses-Stürmer. Insgesamt ist das Niveau der Meisterschaft deutlich besser. Blitzschnelles Passspiel hat die Methode "Run-and-Kick" verdrängt, die Sache wird schwieriger zu fotografieren.

Aber solche Szenen kriegt man trotzdem drauf. Hier aus dem Spiel Guns'l'Roses (blau) gegen S.C.Heide (weiß).  Ab einem bestimmten Punkt ist das mit dem Schlamm dann auch ziemlich egal:


Heute dann die Finals - und dann hat der "Rasen" wieder ein Jahr Zeit, sich zu erholen....

Montag, 12. September 2016

Shootout Sigma 135-400 vs m.Zuiko 75-300 alt.

Wie versprochen habe ich heute mal die beiden Objektive an der E-M1 gegeneinander antreten lassen. Ich sitze zwar hier in Kandersteg vor  grandioser Kulisse,



aber das ist alles so weit weg, dass man keine seriösen Testaufnahmen machen kann:


Das sind 300mm - und natürlich Unfug. Also hat die Hausnummer von gegenüber herhalten müssen:


Das Referenzbild: 300mm, Blende 8 aus dem 75-300.

Hier kommt das Bild aus dem 135-400 mit 300mm, Blende 9, also die beste Abbildung:


Und der Vollständigkeit halber noch mit Blende 16:


und hier noch das 75-300 bei Offenblende:


Das 75-300 ist in jeder Situation überlegen. Auch wenn das 135-400 auf dem Papier deutlich lichstärker ist, erreicht es in keinem Fall die Abbildungsqualität des 75-300. Und hier handelt es sich nicht einmal um die Version II mit der besseren Vergütung.

Es ist irgendwie kein Wunder, dass das Objektiv von Sigma seinerzeit recht schnell wieder eingestellt wurde. Auch wenn die lange Brennweite reizt - die Abbildungsqualität ist nicht konkurrenzfähig.

Sonntag, 11. September 2016

Mal wieder Altglas: das Sigma 135-400 für FT


Es war seinerzeit fast ein Mythos: Das Sigma 135-400APO DC 4,5-5,6. Eine erschwingliche Superbrennweite, transportabel und am langen Ende mit 5,6 sogar leidlich lichtstark. Das Objektiv wurde bald wieder vom Markt genommen und die wenigen Exemplare, die den Weg in die Wildnis gefunden hatten, wurden zwischen "Für das Geld absolut OK" und "Suppenhuhn" gehandelt.
Nun habe ich selbst mal so ein Exemplar in die Finger bekommen...
Die ersten Tests abends in Wissembourg, Erstmal ausfahren:


Das ist schon ein ziemlicher Rüssel. Trotzdem ist die ganze Röhre trotz besserer Lichtstärke kleiner und leichter als das neue Panasonic 100-400.
 Wie sieht's mit der Bildqualität aus? Und natürlich interessiert erstmal die Endbrennweite von 400mm:


Das ist der Rathausturm in Wissembourg. Und hier haben wir die entsprechenden Crops:



Oben Offenblende, unten die beste Schärfe bei Blende 8. Knackig ist das nicht, aber ganz anständig. Praktischerweise war dann noch gerade der Mond am Himmel.


Und hier zwei Crops:



Ober Blende 7,1, unten Blende 16. Überraschung. Blende 16 ist deutlich schärfer als Blende 7,1? Trick dabei: Blende 14 ist deutlich unschärfer als 7,1 und 16. Des Rätsels Lösung: hier war die E-M1 im Einsatz. Und die hat diese blendenabhängige Schärfung drin, um die Auswirkungen der Beugung auszugleichen. Mit den Oly-Objektiven ist das normalerweise nicht sichtbar, weil die von Haus aus bis Blende 14 gut scharf  sind. Beim Sigma wirkt sich das brutal aus. Bis Blende 14 greift diese Schärfung nicht ein, ab Blende 16 knallt das.

Und zum Schluss noch ein bisschen Blümchenfotografie. Bokeh und so:


Das ist ganz anständig, keine scharfen Kringel, aber da versuche ich in den nächsten Tagen noch mehr zu liefern. Gegen brutales Gegenlicht ist das Objektiv extrem unempfindlich, ähnlich dem 50-500 aus gleichem Hause.  Was etwas stört, gerade bei den Blümchen: Das Objektiv hat eine Naheinstellgrenze von 2 Meter bei 135mm, und 2,2 Meter bei 400mm.
In den nächsten Tagen folgt auch noch ein Vergleich mit dem 75-300, um das einordnen zu können. de AF ist an der E-M1 auf jeden Fall brauchbar schnell und exakt.

Samstag, 10. September 2016

Zu Gast bei Dieter und Frank

Letzte Woche war ich - wieder mal - in Hamburg, und da hat mich Dieter Bethke von der Fotophonie  verhaftet. Ich durfte ihn und Frank von der FF-Fotoschule im Studio in der Liebigstraße besuchen und mich zwischen die beiden auf den heißen Stuhl setzen.


Mein Ausblick nach rechts: Dieter


Und hier links Frank mit der Videokamera...  War eine heiße Geschichte, nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch wegen der - Rumms- Ramme im Vorgarten. Sowas bringt mich immer hervorragend aus dem Konzept. Ich hoffe, Dieter hat meine ärgsten Hänger rausgeschnitten.
Es war für mich nach meinen diversen Interviews seinerzeit im Fernsehen als Vorstand der Amundio wieder mal eine neue Erfahrung. Im Fernsehen ist man so eine Art exotisches Tier, das vorgeführt wird "guckt euch mal den Trottel an, der da denkt, irgendwas bewegen zu können" und im Wesentlichen als Sendezeitfüller, Werbepausenüberbrücker und Stichwortgeber fungieren darf.  Bei Dieter und Frank fühlt sich das besser an. 
Und ja, klar, es ist  eine Fotografensezene, die sich untereinander kennt, sich gegenseitig verlinkt und kuckt, was der Rest treibt. Da gibt's Animositäten und jeder versucht, mit irgendwas Geld zu verdienen. Es ist ein bisschen verführerisch, in diese Szene hineinzugeraten. Es fühlt sich gut an, aber man läuft Gefahr, die eigene Revolution aus den Augen zu verlieren. Denn eigentlich will ich in meiner Fotografie irgendwann alles anders machen, mein eigenes Ding machen. Gegen den Mainstream. Das ist sauschwer und man muss anecken. Leuten ästhetisch auf die Zehen treten...

Hier noch ein Foto aus Franks Studio:


Das ist die Hohlkehle dort. Da regt sich der blanke Neid. Richtig breit. Klasse Sache. Die mediterrane Wand rechts kann ich natürlich mit meiner echten Bruchsteinmauer toppen, aber die Hohlkehle....

Und nun was ganz anderes. Olympus ist mittlerweile wirklich im gehobenen Segment angekommen. Und zwar auf dem Miles and More-katalog der Lufthansa:


Immerhin: eine komplette Seite:


Das ist schon eine Ansage....