Skagen, PEN-F und das 12-100

Ich bin ja derzeit eher touristisch unterwegs - also kaum inszenierte Fotografie, eher eben Knipsereien - und habe mir dafür das 12-100 f/4 Pro ausgeliehen. Parallel ist in meiner Fototasche noch das 40-150Pro, das FishCap, das 17 1,8 und das 75er. Und es passiert, was passieren muss, das 12-100 bleibt auf der PEN-F und der Rest in der Tasche.


Die Kirche in Skagen - klar, 12mm. Sicher, 7-14 wäre netter, oder man könnte auch was mit dem FishCap machen. Man kann es aber auch bleiben lassen.

Im Skagen Museum ist Fotografieren ausdrücklich erlaubt, solange ohne Stativ, ohne Blitz und ohne Fototasche. Heimspiel für das 12-100:


Dort ist gerade eine Ausstellung mit Gipsfiguren von Axel Locher. Sowas Ähnliches wie Theaterfotografie - nur mit Gips.


Die Ausstellung ist in einem schwarzen Raum untergebracht - entsprechend ist natürlich der Stabi gefragt. Die Ausstellung mit den Malern ist in lichtdurchfluteten, hellen Räumen untergebracht, bei denen man nur auf den Weißabgleich aufpassen muss. (Im Zweifel einen Sofortweißabgleich auf die weiße Wand neben dem Bild machen. Klappt prima.) Das Museum ist für deutsche Verhältnisse nicht billig, lohnt sich aber, auch weil viele Skizzen und Vorstudien zu den Werken zu sehen sind. Gerade für uns Fotografen ist dieses Ringen um die richtige Wirkung spannend.

Schräg gegenüber, neben dem Haus der Malerfamilie Ancher, gibt es ein nettes Cafe mit prima Kakao, die "Saxilds Kaffestue" - auch dort kann man fotografieren, wenn man nett fragt.


Ansonsten besteht natürlich halb Skagen aus Einkaufsstraße und alle paar Meter findet man eine Glaspusteri...



Und hier kann man sehen was man anrichtet, wenn man die PEN-F auf Blau und Gelb stellt - weil eben Skagen Blau und Gelb ist. Die Reflexe der rötlichen Ladenbeleuchtung geben auf den Gläsern goldene Sprenkel.
Und in Skagen habe ich meine eherne Regel gebrochen: Keine Fotos auf Schienen:


Hier geht mitten durch Skagen eine Eisenbahnlinie - und zwar auch mitten durch die Fußgängerzone, keine Absperrung, gar nichts. und die Schienen sehen so aus, als wäre da schon länger nichts mehr gefahren. Der zuständige Bahnhof ist mittlerweile auch nur noch ein Cafe.

Fazit: Das 12-100 ist bequem und verdirbt die Sitten. Die Schärfe ist umwerfend, der AF schnell und es ist kaum größer als mein altes 14-54. Rein fotografisch gibt es daran kaum was auszusetzen, es ist eben nur das Problem, dass man schneller fotografiert. Man zoomt eher, als dass man sich bewegt. Man wartet weniger aufs Motiv. Als Reisezoom ideal, weil man eben die Mitreisenden nicht dauernd aufhält.

Zur PEN-F noch ein Wort: Mein Versuch, mit einer persönlichen Farbeinstellung durchzukommen, ist krachend gescheitert.


Bei der "Skagen-Einstellung" habe ich mich auf Gelb und Blau konzentriert - als Ergebnis lande ich bei einem abgeranzten Rot des Briefkastens und einer blauen Dachrinne, die natürlich eigentlich verzinkt ist. Wenn ich dem Motiv gerecht werden will, muss ich mich wohl wieder auf jedes einzelne Motiv einlassen und mir meine persönliche Einstellung für meine persönlichen Motive aufsparen. 

Kommentare

  1. Reinhard, was Du über das 12-100 schreibst, teile ich voll. Ich hab's nicht immer drauf aber immer öfter. Kürzlich beim Usertreffen und davor beim Wandern im Pfälzer Wald hatte ich das 12-100 an der Kamera und das 9-18 in der Tasche für alle Fälle. Hab nichts vermisst.
    Weiterhin schöne Tage da oben.
    Gruß
    Hartmut F.

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